kastanienklein

mein herz kastanienklein – meine hände apfelrot – meine augen regengrau

Tschüß, 2014

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Was war das für ein Jahr, ein rasantes, ein kantiges, eines zum Stehenbleiben und Umdrehen und Staunen. Zum Schluss hat es sich noch eine weiße Mütze aufgesetzt, hat nochmal für zwei Tage runtergebremst auf Schneetempo. Ich kann nicht sagen, was das Beste war oder das Schlechteste, aber unerwartet wohl, dass ich zum Ende dieses Jahres mit dem lang ersehnten unbefristeten Job dastehe. Letztes Jahr um diese Zeit war alles auf Null zurückgesetzt und das ist daraus geworden. So fühlt es sich richtig an.

Noch einmal zurück

Das Jahr, schon fast vorrüber, da lohnt ein kurzer Blick zurück. Ich habe wohl verhältnismäßig wenig gestrickt in diesem Jahr, dafür hat das Nähen an Bedeutung gewonnen, was ich nicht zuletzt meiner neuen Maschine, der roten Gundi, verdanke.

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Für mich ist es wunderbar zu sehen, welche Fortschritte ich beim Nähen gemacht habe. Dass ich eine Jacke nähen kann, oder eine Bluse: wer hätte das gedacht? Ich wohl eher nicht. Die Jacke Minoru ist dann wohl auch das meistgetragene Nähprojekt 2014 – bei den Stricksachen ist es der Cowl nach der Anleitung Toast Wrap, dicht gefolgt von der hellbraunen Strickjacke Slanted Sleeven (die ich lustigerweise gerade beim Tippen dieses Beitrags trage).

genaehtes2014In die Collage für Genähtes haben nicht alle Projekte hineingepasst. Das T-Shirt steht stellvertretend für eifrige Jerseynäherei, und alles, was kein Kleidungsstück ist, landete auch nicht in der Collage.

Zu Weihnachten habe ich insgesamt 4 Wendebeutel nach der freien Anleitung von pattydoo genäht, allerdings nur zwei davon fotografiert. Der linke ging als Weihnachtsgeschenk an meine Mutter, der rechte (mit den Kameras) an den Fotografiebegeisterten Bruder.

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Mein (verfrühtes) Weihnachtsgeschenk an mich selbst war das Buch “Liebe auf den ersten Stich”, das schlichte und (wie ich finde) zeitlose Anleitungen enthält.

Daraus genäht habe ich bisher den Rock Delphine und die Bluse Mimi. Und wenn die Nähmaschine ohne großes Zutun (Knopf einlegen und Startknöpfchen drücken) Knöpfe annäht, schlägt mein Herz doch höher. Ja, das war eine gute Entscheidung!

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Zu der Bluse kann ich hoffentlich mal Detaillierteres schreiben, wenn das Licht für anständige Fotos reicht.

Novembersonntag

Vielleicht bleibe ich im November hängen. In meinem Kopf sagt nichts Dezember. Endlich Winter, und wann kommt der Schnee? Der Baum hält seine letzten Blätter, die Sonne hat sich verabschiedet.

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Der Winter hat mein Bedürfnis zu stricken wieder aufleben lassen. Ein Paar Socken, das ich im Sommer begonnen habe, ist fertig geworden (und seit einigen Tagen meine stetige Begleitung in den Winterstiefeln).

Einen neuen kleinen Menschen habe ich bestrickt. Und ein paar Tränen geweint, als ich erfahren habe, dass er nun da ist. Da ist Hoffnung, sagt der November.

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Eine Strampelhose, abgewandelt nach der Anleitung “Pepita” von Maltina (zu finden auf ravelry). Eine  Hose nach der gleichen Machart habe ich schon einmal verschenkt und sie wurde gerne genutzt. Dazu ein Jäckchen aus den Resten meiner “Audrey in Unst”-Jacke . Sogar Knöpfe hatte ich noch übrig.

Genäht habe ich zuletzt drei Langarmshirts, von denen aber (noch) keine Fotos existieren, weil es immer zu dunkel war, wenn ich dafür Zeit gehabt hätte. Ich freue mich jedenfalls, wie routiniert das inzwischen klappt mit der Jerseynäherei.

So sieht das aus gerade. Ich stricke und warte und lese. Und an meiner Seite fast immer die eine oder andere warme Katze, die auf Sonne wartet.

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Herbst.Stille.

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Dieser Herbst, in dem die Bahnen nicht fahren. In dem die Wochenenden still sind. Wenn ich an das letzte Jahr denke: Da stand ein Umzug bevor; da war klar, dass ich meine Arbeit verlieren würde. Jetzt ist dieser Ort schon so vertraut. Es hat sich alles gefügt, irgendwie. Ich denke manchmal: Nach vorne blickend bin ich meistens Pessimistin. Und im Blick zurück nie.

Viel nachgedacht habe ich, wie immer. Angst gehabt vor einer Verdachtsdiagnose, die sich zum Glück nicht bestätigt hat. Glücklich gewesen, dass es gerade irgendwie “läuft”, trotz der Schmerzphasen. Vor ein paar Jahren noch habe ich mich mit viel mehr Beschwerden rumschlagen dürfen. Ich bin stark genug für das. Ich habe mich gefragt, wenn Mütter Superheldinnen sind, was sind dann Frauen, die keine Mütter sein können? Und dass es garkein Wort gibt, das mir einfällt für uns Nicht-Mütter.

Jetzt riecht es draußen schon nach Winter. Ich finde es schön. Ich bleibe stehen und sehe den Blättern zu, die der Baum regnet. Bald wird er ganz leer sein. Morgens steht in der Luft noch die Feuchtigkeit der Dämmerung. Wenn die Sonne durch das Fenster scheint, legen die Katzen sich in die Streifen, die das Licht auf den Boden malt. Teetassen wärmen Hände. Kastanien fallen knallend auf Autodächer. Ich weiß, warum ich den Herbst mag.

Nach langer Zeit mal wieder ein Strickprojekt, das fertig wurde (und mich genau einen Monat beschäftigt hat):

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Die Anleitung nennt sich Toast Wrap und ihr findet sie kostenlos auf Ravelry. Gestrickt habe ich sie aus Resten, verbraucht habe ich insgesamt 200g Garn. Ich merke mal wieder, dass ich beim Musterstricken am besten abschalten kann. Das Muster motiviert mich und treibt mich voran, es ist nach kurzer Zeit verinnerlicht. Ich konzentriere mich vollständig auf das Strickstück, zähle innerlich mit. Dann bin ich mal eine Weile ganz weg von allen Gedanken. Am Ende habe ich einen schönen Halswärmer, der mich durch diesen Herbst begleiten wird.

für andere

Meistens handarbeite ich für mich selbst. Nur wenn andere Menschen explizit Wünsche an mich herantragen oder ich sicher weiß, dass der/die Beschenkte sich auch über das Ergebnis freuen wird, investiere ich diese Zeit. Zum Geburtstag hat meine Mutter sich mit reichlich Vorlaufzeit einen Bezug für ihr kleines Schlafkissen gewünscht. Einen solchen Bezug hatte ich ihr in Grün- und Rosatönen vor ein paar Jahren schonmal genäht; inzwischen zeigt er aber deutliche Abnutzungserscheingungen.

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Das Nähen hat mir wirklich viel Freude gemacht und ich habe auch nicht so besonders lange gebraucht. Jetzt habe ich noch einiges an Stoffresten übrig und überlege, was ich daraus mache. Eigentlich bin ich ja nicht so die Kleinteilenäherin.

Das größte, das ich je für jemand anderen als mich selbst genäht habe, war die Abschiedsdecke für die Mitbewohnerin, über die ich vor mehr als einem Jahr geblogt habe.

Hin und wieder stricke ich auch für andere. Eine Mütze vorletztes Jahr zum Geburtstag für die Mitbewohnerin, die sie leider Anfang dieses Jahres in der Tram verloren hat. Für das Baby einer guten Freundin eine geringelte Hose und einen Pullover, bei dem es mir schwer gefallen ist, ihn herzugeben.

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Dem Liebsten habe ich mal einen schwarzen Pullover gestrickt (das ist Liebe, weiß die Strickerin!) und meine Mutter wünscht sich einmal jährlich ein Paar Socken, am liebsten aus der Sockenwolle von Opal. Eine Zeit lang habe ich die neugeborenen Babys um mich herum mit bunten Söckchen bestrickt, aber irgendwie fehlt mir in letzter Zeit die Energie dazu und die Freude daran.

Das ist das Wesentliche für mich am Stricken für andere: Ich will mich damit nicht rumquälen. Daher begrenze ich es und kommuniziere nach Außen nicht “Klar stricke ich das für Dich!”. In jedem Strickprojekt stecken für mich mindestens mehrere Tage Arbeit, oft sogar mehrere Wochen. Meine Strickzeit ist begrenzt. Da wäge ich ab.

Und doch freue ich mich sehr, wenn ich mit einem Stück Handarbeit von mir einem lieben Menschen eine Freude machen kann. Und ihn dieses Stück Handarbeit im besten Fall ein Stück seines Lebens begleitet.

Ein Fenster offen

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Jetzt ist er da, der Herbst, und ich genieße das Gefühl, wie das Jahr sich langsam in Erinnerungen auflöst. Die vergangenen 3 Wochen waren anstrengend in vielerlei Hinsicht und ich fühle mich, als sei ein Fenster offen, durch das es hineinregnet; als habe der Wind ein paar Ziegel vom Dach geweht, das Gebälk offengelegt. Ich merke, wie ich gerade mit Scheuklappen durch die Welt renne und bemüht bin, mich vor allem zu beschützen, das schmerzhaft sein könnte und wie sehr es mich gleichzeitig ermüdet, permanent vor mir selbst auf der Flucht zu sein.

Dieses Wochenende habe ich mit Schmerzen auf dem Sofa verbracht, was zwar nicht schön war, aber immerhin zur Langsamkeit gezwungen hat. Ich bin müde von den Schmerzen, Kopf und Körper sind müde, ich fühle mich nur so halb da unter der Kombination von 2 Schmerzmedikamenten, von denen mich eine schläfrig und das andere bauchschmerzig macht. Nur noch den Tag morgen irgendwie rumkriegen, dann wieder zu Kräften kommen und die kommenden 3-4 Wochen ausnutzen, um alles machen zu können, das danach wieder nicht geht. So langsam füge ich mich wieder in den Rhythmus, der in den letzten Jahren Langzeitzyklus fast vergessen war.

Der erste, der eine Meinung zu meinen Regelschmerzen hatte, war mein Sportlehrer in der 7. Klasse. Er teilte mir mit, mit einem Gynägologen gesprochen zu haben und daher zu wissen, dass Regelschmerzen “kein Grund” seien. Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich meiner Mutter bin, dass sie meine Schmerzen insofern ernst nahm, dass ich trotzdem krank zuhause bleiben durfte oder eine Entschuldigung für den Sportunterricht bekam, ohne Diskussion. Ich frage mich, warum ich 27 Jahre alt werden musste, bevor mir mal jemand gesagt hat, dass Schmerzen diesen Ausmaßes nicht normal sind. Dass Blutungen diesen Ausmaßes nicht normal sind. Als Teenager habe ich einmal innerhalb von Sekunden das Sofa meiner Eltern ruiniert. Einmal saß ich im Schulbus und hatte meine Schmerzmittel vergessen und ich wusste, ich werde nicht nach Hause laufen können. Das Gefühl, keine Kontrolle über den Körper zu haben, dass das alles wie eine Naturgewalt ist. Ich habe mich da irgendwie durchgeschlängelt, mein Leben um meinen Zyklus provisorisch herumgezimmert. Als ich irgendwann einen Freund hatte, habe ich begonnen, die Pille zu nehmen. Und mir damit einige Jahre Normalität verschaffen können.

Aus dieser meiner Gechichte heraus bin ich oft sehr ambivalent, wenn es darum geht, wie frau mit ihrem Zyklus, ihrer Menstruation, ihrer (Un-)Fruchtbarkeit umgehen sollte. Ich erlebe, wie die konventionelle Medizin oft als unzulässiger Eingriff in das natürliche Funktionieren des weiblichen Körpers wahrgenommen wird. Ich bin hin und her gerissen, wie ich zu diesen Themen stehen soll/will, mit meinem Körper, der ohne Unterstützung eben nicht so funktioniert, wie er soll, auch nicht mit viel Geduld und Spucke. Besonders groß ist meine Ambilvalenz da, wo ich erlebe, wie der weibliche Körper aufgewertet wird angesichts des Wunders, das er vollbringt. Wo Fruchtbarkeit und Menstruation mit Weiblichkeit gleichgesetzt werden. In den Monaten nach der Diagnose habe ich mich meiner Weiblichkeit beraubt gefühlt; da hatte ich das Gefühl, ich bin ein Möbelstück, eine Sache, ein Zwischending.

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Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass es letztlich nicht wichtig ist, was einem am Ende hilft, sondern dass viel entscheidender ist, dass wir das Gefühl haben, wieder Herrin der Lage zu sein. Dass ich vor Monaten die Pille wieder abgesetzt habe, war meine freie Entscheidung, ebenso wie es zuvor meine Entscheidung war, sie zu nehmen. Beides war richtig für mich. Und ich kann nicht sagen, wohin es sich entwickelt und wo ich in einem halben Jahr stehe.

Ein Jahr und ein Tag

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Schon ein Jahr und ein Tag. Verrückt, oder?

Es geht uns gut, nicht weniger, vor allem das ist wichtig. Ich merke, wie ich langsamer geworden bin, wo ich vorher immer im Eiltempo unterwegs war. Es war eine gute Entscheidung für uns, unsere Minihochzeit (zu fünft inklusive uns). Mit der U-Bahn hingefahren, mit der S-Bahn zurück. Vor dem Fernsehturm eine Limo getrunken und die Sonne genossen. Ein wenig gefeiert mit lieben Menschen. Früh schlafen gegangen. Und mit Freude ins kommnde Jahr geblickt.

3 Wochen

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3 Wochen, die viel zu schnell vergangen sind. 3Wochen arbeitsfrei, zwei davon in Berlin, eine auf Sizilien.

Ich habe: Brandenburg mit dem Rad erkundet. Einen Vulkan bestiegen (ok, nicht bis ganz oben). Das Sofa dahin gestellt, wo vorher das Bücherregal stand und das Bücherregal dahin, wo vorher das Sofa stand und das Zimmer ist jetzt ein Tanzsaal (ok, nur fast). Endlich mal wieder ein Buch bis zum Ende gelesen. Eine Jacke genäht. Einen Rock genäht. Sonnenuntergänge angesehen. Im Meer meine Füße von kleinen Fischen kitzeln lassen.

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Morgen geht es weiter mit der Arbeit. Ich habe mich schwer getan, wieder zurückzufinden. In den Herbst von 0 auf 100. Heute war ich in Sandalen unterwegs und wurde kritisch beäugt. Es wird schon wieder so früh dunkel. Dabei war ich doch gerade noch dort, wo das Meer türkis ist.

Mein letztes (zwischendurch reichlich verregnetes) Urlaubswochenende habe ich überwiegend mit Nähen verbracht (und da hat er mich wohl eingeholt, der Herbst). Wie schon angekündigt habe ich die Anleitung “Minoru Jacket” von Sewaholic verwendet und dank der ausführlichen Anleitung und des noch ausführlicheren Tutorials zum Sew-Along hatte ich wirklich keine nennenswerten Probleme. Die Materialbeschaffung hat mich kreuz und quer durch Berlin geführt (Oberstoff: Hücu, Futter I: Volksfaden, Futter II: Frau Tulpe, Reißverschluss: Knopfloch). Ich habe die Jacke mit Taschen (das Tutorial findet ihr über den Sew-Along), ohne Kapuze (trage ich eh nie) und mit 6 cm kürzeren Ärmeln genäht, sonst genau nach Anleitung.

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Mit im Bild seht ihr meinen zweiten Versuch in Sachen Holyburn-Rock, dieses Mal aus braunem Cord und mit komplikationslos eingenähtem Reißverschluss. Die grüne Variante aus meinem letzten Post hat im Sommerurlaub gute Dienste geleistet.

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Mit dem Ergebnis bin ich richtig, richtig glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Jacke nähen kann, aber Versuch macht klug. Jetzt darf der Herbst gerne bleiben.

Erfolgserlebnisse

So langsam gewöhnen wir uns aneinander, Gundi und ich. Ein kurzer Lagebericht:

Zunächst habe ich zum dritten Mal das Renfrew-Top von Sewaholic genäht, dieses Mal wieder mit kurzen Ärmeln. Ich habe dieses Mal wirklich nichts auszusetzen: ein tolles Gefühl! In den orangefarbenen Stoff mit den weißen und blauen unregelmäßigen Karos war ich sofort verliebt, als ich ihn zum ersten Mal bei Frau Tulpe hier in Berlin gesehen habe. Bei einer Stoffbreite von 140cm komme ich auch mit ca 80cm Stofflänge für ein T-Shirt aus (in der Anleitung ist ein viel höherer Stoffverbrauch angegeben).

Danach habe ich mich an den Holyburn-Rock, ebenfalls von Sewaholic, gewagt. Ich bin sehr angetan, wie gut man durch die Anleitung geleitet wird. Der Text in Kombination mit der Bebilderung ist für mich als Anfängerin gut verständlich. Ich habe nicht diese Momente völliger Ratlosigkeit, die ich bei anderen Anleitungen noch recht häufig habe. Der Reißverschluss ist noch nicht so richtig perfekt eingearbeitet, er gibt eine “Welle” nach Außen. Aber für den ersten Versuch bin ich durchaus zufrieden. Perspektivisch empfiehlt sich wohl zu lernen, wie man einen Rock füttert – übergangsweise muss ich mich dann erstmal mit dem Thema Unterrock auseinandersetzen, denn der Rock tendiert dazu, am Bein hinauf zu wandern.

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Motiviert von diesen Erfolgserlebnissen habe ich mir nun auch noch die Anleitung für die Jacke “Minoru” gekauft. Die Anleitung ist schon angekommen und aktuell bin ich auf Stoffsuche. Richtig losgehen wird es dann wohl erst nach dem Italienurlaub. Aber ich freue mich, jawohlja!

Frauen und Kinder zuerst

imfeld

Alle jammern, dass der Sommer gegangen ist. Ich freue mich auf den Herbst. Das Licht ist das Schönste.

Ich habe mich über den Begriff “Frauenkrankheit” geärgert. Sollen sie reden von wertneutral. Frauenkrankheit und Kinderkrankheiten und Krankheiten. Immer dieselben Schubladen.

Es gibt Tage, da denke ich: Jetzt habe ich das lange genug ausgehalten; jetzt ist mal ein Anderer dran. Oder: eine Andere. Es gibt Tage, da ist nichts. Es gibt kein: Wie immer.

Da nimmt man halt eine Wärmflasche, sagte einst eine (Haus-)Ärztin. Ohne meine Wut zu verstehen. Frauenkrankheit heißt auch: Das gehört halt dazu, dass Du Schmerzen hast.

Das Hin und Her zwischen Schmerztabletten (gegen den Schmerz) und Magentabletten (gegen den Schmerz von den Schmerztabletten), das Horchen hinein und das Abwarten. Eine Woche mit, eine Woche ohne. Das Hadern, ob wieder eine Op, noch einmal geplant statt jedes Mal nur der Notfall sein. Die Ärztin sagt zu mir: Sie kennen sich am besten – und ich bin froh, eine gefunden zu haben, die mir das glaubt. Vielleicht noch bevor ich es mir selbst geglaubt habe.

Noch zwei Tage Arbeiten, dann endlich Herbst, Zuhausesein und Urlaub.

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